Der Cluster-Kopfschmerz
M. Mumenthaler / Februar 2013
Der Cluster-Kopfschmerz ist 10 x seltener als die Migräne. Er kommt häufiger bei Männern als bei Frauen vor und trifft insbesondere Raucher. Der Cluster-Kopfschmerz setzt oft erst im mittleren oder höheren Lebensalter ein. Nicht selten finden sich in der Familie andere Kopfschmerz-Geplagte, wobei etwa 7% typische Cluster-Fälle ausmachen.
Die Anfälle haben typische Charakteristika: Die Schmerz-Attacken beginnen im Schläfen- und Augenbereich und erfassen somit Teile des Gesichtes und des Kopfes. Sie sind stets und ausnahmslos auf der gleichen Seite lokalisiert. Die Schmerzen setzen rasch ein und erreichen innert 20 Minuten ihre maximale Intensität. Nach 1-2 Stunden klingen sie in der Regel vollständig ab. Nicht selten machen sich die Schmerzen zur gleichen Tages- und besonders oft zur gleichen Nachtzeit bemerkbar. Die Anfälle treten häufig mehrmals am Tag wiederholt auf. Während des Anfalles ist der Patient rastlos und tigert oft im Zimmer herum.
Meistens treten die Anfälle während Tagen bis Wochen gehäuft auf, um dann während Monaten vollständig auszubleiben. Allerdings existieren auch chronische Fälle mit über Monate und Jahre andauernden Schmerz-Attacken. Übergangsformen zur Migräne kommen ebenfalls vor.
Das Aussehen der erkrankten Person während eines Anfalles ist charakteristisch: Das betroffene Auge ist gerötet und tränt, die Nase läuft, der Lidspalt und die Pupille werden enger.
Als Ursache für die Attacken wird eine Störung im Hypothalamus vermutet. Dazu spielt die genetische Prädisposition wahrscheinlich eine Rolle.
Die Therapie des einzelnen Anfalles besteht in der subkutanen Injektion von 6 mg Sumatriptan, Triptan- Anwendung von Nasenspray (Zolmitriptan) oder durch Einatmen von 12-15 Liter reinem Sauerstoff pro Minute. Die Anfallshäufigkeit kann mit Verapamil oder mit Prednison reduziert werden. In therapieresistenten Ausnahmefällen stehen verschiedene neurochirurgische Behandlungsansätze zur Verfügung, die in kleinen Fallserien eine schmerzlindernde Wirkung gezeigt haben. Bei den chronischen Formen wird Lithium angewendet.




